Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1765. 63
Mau ist daher dem Herrn D. Zimmcrmann alle Erkenntlichkeit schul-dig, daß er un§ die nähere Nachrichten nicht vorenthalten wollen, dieer, als ein vertrauter Schüler des Herrn von Haller, am zuverlässig-sten von ihm haben konnte. Alle die, welche überzeugt sind, daß dieEhre des deutschen Namens am meisten auf der Ehre der deutschenGeister beruhe, werden ihn mit Vergnügen lesen, und nur diejenigenwerden eine höhnische Mine machen, welchen alle Ehrenbezeigungenunnütz verschwendet zu seyn scheinen, die ihnen nicht wicdcrfahren.Ein Auszug aus dieser Lebensbeschreibung würde uns leichter fal-len, als er dem Leser vielleicht in der Kürze, welche wir dabey be-obachten müßten, angenehm seyn würde. Der Herr D. Zimmermannist keiner von den trocknen Biographen, die ihr Augenmerk auf nichtshöhers als auf kleine chronologische Umstände richten, und uns einenGelehrten genugsam bekannt zu machen glauben, wenn sie die Jahreseiner Ecburth, seiner Beförderungen, seiner eheliche» Verbindungenund dergleichen angeben. Er folgt seinem Helden nicht nur durch alledie merkwürdigsten Veränderungen seines Lebens, sondern auch durchalle die Wissenschaften, in denen er sich gezeigt, und durch alle dieAnstalten, die er zur Aufnahme derselben an mehr als einem Orte ge-macht hat. Dabey erhebt er sich zwar über den Ton eines kaltenGeschichtschreibers; allein von der Hitze eines schwärmrischen Panegy-risten bleibt er doch noch weit genug entfernt, als daß man bey sei-ner Erzchlung freundschaftliche Verblendungen besorge» dürfte. Kostetin den Vossischc» Buchläden hier und in Potsdam ans Druckpapier16 Gr. und auf Schrcibvapier 1 Rthlr.
(2i>. May.) Edward Grandisons Geschichte in Görliy.Berlin bey Thr. Fried..Voß 1765. I» 8vo. 8 Bogen. Wirwollen c§ nur gleich sagen, daß diese Schrift etwas ganz anders ent-hält, als der Titel zu verspreche» scheinet. Der Name Erandisonwird an eine Geschichte denken lassen, in welcher die Kunst ihre größteStärke angewandt hat, das menschliche Herz auf allen Seite» zurühren, um es durch diese Rührungen zu besser». Wc»» »im derLeser so etwas erwartet, wider Vermuthen aber eine kleine Geschichtedes Geschmacks uuter den Deutsche» findet, so wird er sich zwar An-fangs getäuscht glaube», allein am Ende wird er diese Täuschung dochganz gerne zufrieden seyn. Wir haben dieses zu vermuthen, um sovielmehr Grund, je lebhafter wir überzeugt sind, daß die jetzt Herr-