Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
54
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64 Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1765.

schenken Streitigkeiten in dem Reiche des deutschen Witzes nirgendsso kurz, so deutlich, so bescheiden, als in diesen wenigen Bogen, vor-getragen worden. Die Verfasser sind dabey in ihrer Unpartheylichkeitso weit gegangen, daß sie einem Gottsched und einem Schönaich weit mehr Einsicht beylegen, weit mehr Gründe in den Mund geben,als sie jemals gezeigt haben, und sie ihre schlechte Sache weit besservertheidigen lassen, als es von ihnen selbst zu erwarten steht. Einwie viel lcichters Spiel würden sie ihren Widerlegungen und ihrerSatyre haben machen können, wenn sie die Einfalt des einen in al-lem ihren diktatorischen Stolze, und die Poffcnreisserey des andern inaller ihrer wendischen Grobheit aufgeführet hatten. Doch sie wolltenihre Leser mehr überzeugen, als betäuben; und der Beytritt eineseinzigen, den sie durch Grunde erzwingen, wird ihnen angenehmerseyn, als das jauchzende Geschrey ganzer Klassen, wo es gutherzigeKnaben aus Furcht der Ruthe bekennen müssen, daß Gottsched eingrosser Mann und Schönaich ein deutscher Äirgil sey. Kostet inden Vossischcn Buchlädeu hier nud in Potsdam 3 Gr.

(21. JuniuS.) Vermischte Schriften von Abraham Gott-helf Räsiner- Alrenliurg in der Richterischen Buchhandlung1755. In Kvo- 18 Bogen. Selten werden sich der Gelehrte undder Philosoph, noch seltner der Philosoph und der Mcßkünstler, amaller seltensten der Meßkünstler und der schone Geist in einer Personbeysammen finden. Alle vier Titel aber zu vereinen, kommt nur demwahrhaften Genie zu, das sich für die menschliche Erkenntniß über-haupt, und nicht blos für cinzle Theile desselben, geschaffen zu seynfühlet. Der Herr Professor Rästner Doch die formellen Lobsprüchesind cckclhaft, und ohne Zweifel haben die meisten unsrer Leser schonlängst von selbst die Anmerkung gemacht, daß sich auch noch mehrere,als ihrer vier, in die Verdienste dieses Mannes ganz reichlich theilenkönnten. Gegenwärtige vermischte Schriften allein könnten auch dembesten unsrer witzigen Köpfe einen Namen machen, dessen er sichnicht zu schämen hätte, und den er, mehr erschlichen als verdient zuhaben, sich nicht vorwerfen dürfte. Mehr wollen wir nicht davon sa-gen, sondern nur noch überhaupt melden, daß sie aus prosaischen Ab-handlungen, aus Lehrgedichten, aus Oden, aus Elegien, aus Fabeln,aus Sinngedichten, aus Parodien, aus lateinischen Gedichten, und ansBriefe» bestehen. Daß man sie lesen wird; daß man sie, auch ohne