Friedrichs von Logan Sinngcdichlc.
mit nur gedachtem George verschiedentlich verwechseln, den bi-schöflichen Stnl zu Brcßlau.
Unser Friedrich von Aogau, ward, zu Folge seiner Grab-schrist, die uns Cunrad aufbehalten hat, im Monat Zuniusdes Jahres 1664 gcbohrcn. Seine Acltcrn und den Ort seinerGeburt finden wir nirgends benannt; auch nirgends einigeNachricht von seiner Erziehung, wo er studirct, ob er gcrcisctu. s. w. Wir finden seiner nicht eher als in Diensten des Her-zogs zu Licgnitz und Bricg, ^.uOervigs des Vierten, gedacht.
Man beliebe sich aus der Geschichte zu erinnern, daß JohannChristian, Herzog von Brieg, drey Söhne hinterließ, die nachseinem 1639 erfolgten Tode das Hcrzogthum gemeinschaftlich be-saßen, doch so, daß jeder von ihnen seine eigenen Rathehatte. Unter den Räthen des zweyten, des gedachten L^udervigs,befand sich unser von L.ogau. Als aber 1663 ihres VatersBruder, George Rudolph, starb, und die Fürstenthümcr Lieg-nitz und Wohlau an sie fielen, fanden sie das Zahr darauffür gut, sich durch das Loos aus einander zu setzen. Ä.udewigbekam Liegnitz , wohin er nunmehr seinen Sitz verlegte, undseinen L.ogau als Canzclcyrath mit sich nahm.
Die Liebe zur Poesie muß sich zeitig bey ihm geäußert ha-ben. Er sagt uns in einem von seinen Sinngedichten selbst,daß er in seiner Jugend verliebte Gedichte geschrieben habe, dieihm in den Unruhen des Krieges von Händen gekommen wären.Nach der Zeit erlaubten ihm seine Geschäffte allzukurze Erhoh-lungcn, als daß er sich in größern Gedichten, als das kleineEpigramm« ist, hätte versuchen können. Unterdessen hat er esin dieser geringern Gattung so weit gebracht, als man es nurimmer bringen kann, und es ist unwidersprcchlich, daß wir inihm allein einen Marrial, einen Larull und ZOionysius Latobesitzen.
Er gab anfangs nur eine Sammlung von zwey hundertSinngedichten ans Licht, die, wie er selbst sagt, wohl aufge-nommen worden. Wir haben sie nirgends auftrcibcn können,und wer weiß, ob sie gar mehr in der Welt ist? Die vollstän-dige Sammlung, die den schon erwähnten Titel: Salomons vonGolau deutscher Sinngedichte drey Tausend führet, ist zu