Vorrede.
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Brcßlau, in Verlag Caspar Rloßmanns, gedruckt, und machteinen Octavband von ohngefähr drey Alphabeten aus. Das Zahrdes Drucks finden wir nirgends darinn ausdrücklich angezeigt.Es muß aber das Zahr 4654 gewesen seyn, welches sich ausvcrschiedncn Sinngedichten schließen läßt, und von den Bücher-kcnnern bestätiget wird. Da unterdessen Sinapins sagt, daßAogau seine Sinngedichte im Zahr 1638 herausgegeben habe,so wird man dieses nicht unwahrscheinlich von der ersten kleinenSammlung verstehen können.
Er war ein Mitglied der fruchtbringenden Gesellschaft, indie er 1648, unter dem Namen des Verkleinernden aufgenom-men ward. Wenn der Sprossende, in seiner Beschreibungdieser Gesellschaft, ihn unter diejenigen Glieder nicht rechnet,die sich durch Schriften gezeigct haben, so ist dieses wohl einabermaliger Beweis, daß das Publicum seine Sinngedichte sehrbald vergessen hat.
Er starb zu Aiegnirz, den fünften Zulius im Zahr 1666,und hinterließ aus einer zweyten Ehe einen einzigen Sohn. Eswar dieses der Freyherr Balthasar Friedrich von -L>ogan, derFreund des Herrn von Ebenstem, und der Mäccn des jüngernGryphius .
Wir wollen nunmehr von unsrer neuen Ausgabe das Nö-thige sagen. Die ganze Anzahl der Sinngedichte unsers K.ogaubeläuft sich, außer einigen eingcschobcncn größcrn Poesien, aufdrey tausend, fünfhundert und drey und fünfzig, indem zu demzweyten und dritten Tausend noch Zugaben und Anhänge ge-kommen sind. Zst es wahrscheinlich, ist es möglich, daß siealle gut seyn können? Unsere wahre Meynung zu sagen, dieseungeheuere Menge ist vielleicht eine von den vornehmsten Ursa-chen, warum der ganze Dichter vcrnachläßigct worden ist. Dennes konnte leicht kommen, daß die Ncugicrdc das Buch sieben-mal ausschlug, und siebenmal etwas sehr mittelmäßiges fand.
Wir ließen es also unsere erste Sorge seyn, ihn dieses nach-thciligcn Reichthums zu entladen. Wir haben ihn fast auf seinDritthcil herabgesetzt; und das ist unter allen Nationen, im-mer ein sehr vortrefflicher Dichter, von dessen Gedichten einDrittheil gut ist. Deßwegen wollen wir aber nicht sagen, daß