Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

(16) Auf einen Ehrgeizigen.

Alle Menschen gönnen dir, daß du mögest Cäsar werden;

Doch mit drey und zwanzig Wunden nicderliegcnd auf der Erde ».

(17) Auf den Elorilus.

Ihr rübmt die tiilme Faust? Ev rühmt den schnellen Fuß,Der mir, sagt Glorilus, die Faust erhalten muß.

(18) Tod und Schlaf.

Tod ist ein langer Schlaf; Schlaf ist ein kurzer Tod:Die Noth die lindert der, und jener tilgt die Noth.

(19) Eine Heldenthat.

O That, die nie die Welt, dieweil sie steht, gesehen!

O That, die, weil die Welt wird stehn, nie wird geschehen!

O That, die Welt in Erz und Zedern billig schreibt,

Und, wie sie immer kann, dem Alter einverleibt!

O That, von der hinfort die allcrkühnsten Helden,

Was ihre Faust gethan, sich schämen zu vermelden!

Vor der Achilles starrt, vor der auch Hcktor stutzt,

Und Herkules nicht mehr auf seine Keule trutzt!

Hört! seht! und steigt empor! Macht alle Löcher weiter!

Dort ziehen Helden her, dort jagen dreyßig Reiter,

Die greife» kühnlich an ein wüstes Gärtncrhaus,

Und schmeißen Ofen ein, und schlagen Fenster aus.

(20) Lebensbedürfniß.

Was thut und duldet nicht der Mensch um gut Gemach,Wiewohl er mehr nicht darf, als Wasser, Brodt, Kleid, Dach!

(21) Krieg und Wein.

Soldaten und der Wein, wo die zu Gaste kommen,Da ist Gewalt und Recht dem Wirthe bald benommen.Der Wirth wirft diesen zwar zum Hause leicht hinaus,Jen' aber räumen weg den Wirth und auch sein Haus.

(22) Trauen.

Einem tränen, ist genug;Keinem trauen, ist nicht klug: