Erstes Buch.
(10) Auf den Thraso.
Thraso rühmte seine Wunden,Die er im Gesicht empfunden,Als er rüstig, wie ein Held,Sich vor seinen Feind gestellt.Ey! sagt' einer, daß dir nichtDieses mehr schimpft dein Gesicht,So enthalt dich, wenn du fliehst,Daß dn nicht zunicke siehst!
(11) Sine Schönhäßliche.
Ich kenn ein Fraucnbild, das wäre völlig schön,
Nur daß der Schönheit Stück' in falscher Ordnung stehn.
(12) Frey leben, gut leben.
Wer andern lebt, lebt recht; wer ihme lebt, lebt gut:
Weil jener andern wohl, ihm übel der nicht thut.
Wohl diesem, dem zugleich die Freyheit ist gegeben ,
Bald recht, bald gut, wann, wie und wem er will, zu leben!
(13) Auf einen glücklichen Schelm.
Dir sey, sagst du, bald gewährt,Was du kannst und magst verlangen:Schade, daß du nie begehrt,Daß du möchtst — am Galgen hangen!
(14) Von Jobs Weibe.
Wie kam es, daß, da Job sonst alles eingebüßet,Was ihm crgetzlich war, er nicht sein Weib gemisset?Es steht nicht deutlich da, warum sie übrig blieb-Allein ich schließe fast — er hatte sie nicht lieb.
(1.5) Die unartige Zeit.
Die Alten konnten fröhlich singenBon tapfern deutschen Heldcndingcn,Die ihre Bätcr ausgeübet.Wo Gott , nach uns, ja Kinder gicbct,Die werden unsrer Zeit BeginnenBehculcn, nicht besingen können.