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5 (1839)
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

(30) Johannes der Täufer .

Nicht recht! nicht recht! würd' immer schrey»Johannes, sollt er wieder seyn.Doch kam er, ricth ich, daß er dächte,Wie viel er Köpf in Vorrath brächte.

(31) Bilder.

Wo Bilder in der Kirch ein Aergerniß gebären,

So muß man Kirchengchn auch schonen Weibern wehren-

(32) Krieg und Hunger.

Krieg und Hunger, Kriegs Genoß,

Sind zwey ungezogne Brüder,

Die durch ihres Fußes Stoß

Treten, was nur stehet, nieder.

Jener führet diesen an;

Wen» mit Morden, Rauben, Brennen,

Jener schon genug gethan,

Lernt man diesen erst recht kennen;

Denn er ist so rasend kühn,

So ergrimmt und so vermessen,

Daß er, wenn sonst alles hin,

Auch den Bruder pflegt zu fressen.

(33) Auf den Lindus.

Lindus ward einst im Gclag oft mit Worten angestochen,Gleichwohl aber hat er sich noch mit Wort noch That gerochenSondern gicng zur Stub hinaus, kam bald wiederum herein,Sprach: ich hielt nur Rath mit mir, ob ich wollte böse seyn.

(34) Mäßigkeit.

Mein Tisch der darf mich nicht um Ucbersatz verklagen-Der Gurgel ich nicht, ich esse nur dem Magen.

(35) Elncke wäget die Freunde.

Bvscs Glück hat diese Güte,Daß die ungewissen SachenUns gewisse Freunde mache»!Daß ma» sich vor denen Hute,