Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
115
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Erstes Buch.

I

Die »icht die sind, die sie scheinen,Sondern unser Gut gut meinen.

(36) Soldateiijucht.

Pescennius, ein römscher Kaiser,Der Kriegszucht ernster Untcrwciscr,Der hat, als etwan neun SoldatenDen Bauern einen Hahn verthaten,Die That an ihnen viele WochenBey Wasser und bcv Brodt gerochen.Itzt schadets nicht, ob Ein Soldate-Neun Bauern gleich sied oder brate;Eh als er trockncs Brodt sollt' essen,Möcht er ein ganzes Dorf voll fresse».

(37) Die Vernunft.

Gott gab luis die Bernunft, dadurch uns zu regiere»;Wir brauche» die Vernunft, dadurch uns zu verfuhren.Du, Mensch, bekamst Bernunft, lebst viehisch gegen dich;Das Vieh hat nicht Bermmft, lebt »itttschlich gegen sich.

(38) Neid.

Tugend ist des Neides Mutter: Um der lieben Mutter wegen,Sie zu haben, lasse keiner ihm das Kind in Weg was legen.

(39) Nachgebe».

Wer halbes Siecht hat eingeräumet, der räume lieber ganzes ein:

Wer scho» des Halben Herr geworden, der will es auch des Ganze» seh».

(40) Auf den Marcus.

Marcus macht ein Testament, tröst sein Weib mit letztem Willen;Sie macht auch ein Testament, ihren erstlich zu erfüllen.

(41) Mächtige Diener.

Dc» großen Elevhantc» fuhrt oft ei» kleiner Mohr:Und großen Herren schreibet sehr oft ein Bauer vor.

(42) Vom Curtius.

Curtius und seine Frau lebe» wie die Kinder:Spielen, wie die Kinder tliuu, kratze» sich nicht minder.

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