Friedrichs von Logau Sinngedichte,
(43) Die Eicht.
Die Gicht verbeut dir Wein zu trinken,Sonst mußt du liegen oder hinke».Mich dünkt, es ist ein groß Verdruß,Wenn übers Maul regiert der Fuß.
(44) Beute.
Was man dem Feind entwandt, das heiße, mcvnst du, BeuteNein; was der Bauer hat, und was die Edelleute,Was man ans Straßen stiehlt, was man aus Kirchen raubt,Das beißet Beut, und ist bcv Freund und Feind erlaubt.
(4-?) Die Sünde.
Menschlich ist es, Sünde treiben;Teuflisch ists, in Sünde bleibe»;Christlich ist es, Sünde hassen;Göttlich ist es, Sünd' erlassen.
(46) Auf die Albella.
Albclla, wärest du gleich nur ein kalter Stein,Würd' ein Pvgmalio» dein Buhler dennoch seh».Du lebst, und bist so klar; was sollt' es Wunder scvn,Wenn ein Pvgmalion durch dich wird selbst ei» Stein?
(47) Zagheit.
Wäre Schild und Harnisch gutBor die Zaghcit, Furcht und Schrecken;Könnt' ein Spieß und eisern HutTapferkeit und Muth erwecken:Ey, was hätten die für Zeit,Die dergleichen Waffen schlügen!Würd ihr Gold doch, glaub ich, weitAlles Eisen überwiege»!
(48) Dienstfertigkeit.
Ich kann »icht jedem thun, was er von mir begehrt;Auch mir wird selber nicht stets was ich will gewährt.