Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
121
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Erstes Buch.

12 l

(76) Ein ehrliches Weib.

Die Ehre ziert das Weib, ein ehrlich Weib den Mann:Wer diesen Schmuck bekömmt, seh keine» andern an.

(77) Zuversicht.

Hat Gott mich ohne mich gebracht In dieses Lebe»/

Wird Gott das, was mir fehlt, mir ohne mich auch geben.

(78) Plauderer.

Wer immer sagt und sagt, und ist doch schlecht belehrt,Sagt oft was nicht geschehn, und keiner sonst gehört.

(79) Ein Proceß.

Ein Kläger kam und sprach: Herr Richter, ich bekenne,Beklagter soll mir thun, so viel als ich benenne.Der Richter sprach: So schau, und gicbs, Beklagter, hin;So bist du los der Schuld, wie ich des Richtens bin.Beklagter sprach: Ich kann zwar keine Schuld gestehen,Doch geb ich Halbes hin, dem Zanken zu entgehen.Wer besser richten kann, der richte drüber frcv,Wer unter dreyen hier der Allcrklügste sey.

(8V) Die Zeit vertreiben.

Laßt das Klagen unterbleibe»/Daß der Tod uns übereile:Jeder sucht ja kurze Weile;Jeder will die Zeit vertreiben.

(81) Die Tugend.

Wo Tugend Glück beherrscht, und Weisheit Unglücksfällc,Hat Hochmuth kein Gehör, hat Unmuth keine Stelle.

(82) Richt zu viel.

Ei» rasches Pferd nur immer jagen,Ein saubres Kleid nur immer tragen,Den nützen Freund nur immer plagen,Hat niemals langen Nutz getragen.