Friedrichs von Logau Sinngedichte.
(83) Das liittreuc Nermöge».
Wie schelmisch ist das Geld! Ein jeder sinnt ans Geld,Das dem doch, der es hat, nach Leib und Seele stellt.
(84) Kunstdichter.
Viel Helden hat es itzt, so hats auch viel Poeten.Daß jene nun die Zeit nicht wie der Tod mag todten,Dazu sind diese gut; doch pflegen insgemein,Wo viel Poeten sind, viel Dichter auch zu scvn.
(86) Gemeine Werke.
Kluge Leute thun zwar auch was die albernen beginnen,Branchen aber andre Art, andern Zweck, und andre Sinnen.
(86) Gewohnheit und Recht.
Gewohnheit und Gebrauch zwingt oft und sehr das Recht:Hier ist der Mann ein Herr des Weibes, dort ein Knecht.
(87) Reime.
Werden meine Reime nicht wohl in fremden Ohren klingen,So bedenken Fremde nnr, es gcschch auch ihren Dingen.Worte haben, wie die Menschen, ihr gewisses Vaterland,Gelten da vor allen andern, wo sie lang und wohl bekannt.
Zweytes Buch.
(1) Von meinem Buche.
Kundig ists, daß in der WeltSich zum Guten Böses finde.Wäre nur mein Bnch gestellt,Daß beym Bösen Gutes stünde!
(2) Hoheit hat Gefahr.
Auf schlechter ebner Bahn ist gut und sicher wallen:Wer hoch gesessen hat, hat niedrig nicht zu fallen.
(3) Lobsucht.
Wer um Lobes Willen thutDas, was löblich ist und gut,