Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
127
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Zweytes Buch.

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(27) Das menschliche Alter.

Ein Kind weiß nichts von sich; ein Knabe denket nicht;Ein Jüngling wünschet stets, ein Mann hat immer Pflicht;Ein Alter hat Verdruß; ein Greis wird wieder Kind:Schau, lieber Mensch, was dieß für Herrlichkeiten sind!

(28) Der Tod.

Wer sich nicht zu sterben scheut, und sich auch nicht schämt zu leben,Dieser sorgt nicht, wie und wann er der Welt soll Abschied geben.

(29) Höflichkeit.

Die Höflichkeit ist Gold: man hält sie werth und theuer;Doch hält sie nicht den Strich, taugt weniger ins Feuer.

(30) Stärke und Einigkeit.

Tapferkeit von außen, Einigkeit von innen,Macht, daß keiner ihnen mag was abgewinnen.

(31) Reiche Verwüstung.

Da dieses Land war reich vor Jahren,Da glaubten wir, daß Bettler waren.Nun dieses Land, durch langes Kriegen,Bleibt menschenleer und wüste liegen,Ist Steuer gar nicht zu bereden,Man sey nun arm von so viel Schäden.

(32) Aufrichtigkeit.

Wer wenig irren will, er thu gleich, was er thu,Der schweife nicht weit um, er geh gerade zu.

(33) Hofe-Gedächtniß.

Was man an den Höfen fehlet,Das wird lange da gczählct:Morgen denkt man kaum daran,Was man heute wohl gethan.

(34) Unheilsame Krankheit.

Mancher Schad ist nicht zu heilen durch die Kräuter aller Welt:Hanf hat viel verzweifelt Böses gnt gemacht nnd abgestellt.