Drittes Buch.
(37) Redlichkeit.
Wer gar zn bieder Ist, bleibt zwar ein redlich Mann,Bleibt aber, wo er ist, kömmt selten höher an.
(38) Beyspiele.
Willst du Fürsten Regeln geben,Gieb der andern Fürsten Leben.Heb sie über Bös' empor,Zeuch nicht ihnen Beßre vor.
(39) Gewinn und Besitz.
Wer den Beutel hat verloren, mag den Weg zurücke messen:Schwer ist neuer zu erwerben; alter ist nicht zu vergessen.
(40) Mann und Weib.
Die Weiber sind die Monden, die Männer sind die Sonne;Bon diesen haben jene Nutz, Ehre, Warme, Wonne.Die Sonn beherrscht den Tag, der Mond beherrscht die Nacht;Bey Nachte hat das Weib, der Mann bcv Tage Macht.
(41) Ei» hölzernes Pferd.
In der Argivcr langem Wcibcrkricge,Half letzlich noch ein hölzern Pferd zum Siege.Was giits, ob Krieg itzt auch nicht währen werde,Bis sonst kein Pferd mehr bleibt, als Kindcrpfcrdc?
(42) Vom Lividus.
Lividus ist tödtlich krank. Will er leben, soll er baden —Aus den Thränen, die er goß über eines andern Schaden.
(43) Gerechtigkeit des Neides.
Keine Straf ist ausgesetzet
Auf des Neides Gift;
Denn er ist zu aller Zeit
Selbst so voll Gerechtigkeit,
Daß er glücklich trifft,
Und sich durch sich selbst verletzet.