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Friedrichs von Log.ni Sinngedichte.
(59) Der Argwohn.
Dieses kann man zwar wohl thun, daß man leichtlich niemand träne:Nur daß nicht, daß man nicht trau, leichtlich jemand an uns schaue.
(60) Auf den Veit.
Einem andern abgeliebet,
Einem andern abgedicket,
Einem andern abgelegen,
Einem andern abbctrogcn,
Einem andern abgceidct,
Einem andern abgckrcidet,
Weib, Geld, Gut, Vieh, Hülle, Fülle,
Und was sonst erwarb sein Wille,
Diese seine schone Habe
Nennet Weit des Herren Gabe,
Will von solchem Gottbcschcrcn,
Sich mit Gott und Ehren nähren.
(61) Der alten Deutschen Schrift.
Der Deutschen ihr PapierWar ihres Feindes Leder;Der Degen war die Feder,Mit Blute schrieb man hier.
(62) Bon einem Spiegel.
Heimlichkeiten großer Leute soll man, wie sichs ziemt, verschweigen:Deiner Schönheit schon Geheimniß will der Spiegel auch nicht zeigen;Daß er sc» bei) Hof gewesen, Formiruta, dünkt mich eigen.
(63) Soldatenfrcyheit.
Laßt man euch denn, ihr Soldaten,Frey dahingehn alle Thaten?Sündern, die da sterben sollen,Thut man, was sie haben wollen.
(64) Auf den Möchus.
Mochus ist ein milder Mann außer Haus', und karg im Bette:Seine Frau lernt diese Kunst, treibt sie mit ihm in die Wette.