Drittes Buch.
(6A) Der Sacer Gewohnheit.
Eh Jungfer möcht und Junggeselle sich weiland bev den Saccrn paaren,Mußt' eines vor des andern Stärke durch einen sondern Kampf erfahre»;Wer überwand, war Herr im Hause. Bev uns begehren, nicht aus Starke,Die Weiber Vorzug, Herrschaft, Ehre; nein, sondern weil sie schwache Werke.
(66) Wunderwerk.
Ein Soldat kann durch VerzehrenSich ernähren!
Und ein Landmann durch ErwerbenMuß verderben!
(67) Von dem Nummosus und Bibosus.
Da Nummosus sterben sollte, lief er auf den Obcrsoller;
Da Bibosus sterben sollte, lief er in den tiefen Keller;
Doch den schwarzen Knochenmann hielt nicht auf noch Hoch noch Tief,
Daß er beiden nicht hinnach, bis er sie erhäschte, lief.
(68) Reime.
Ich pflege viel zu reimen; doch hab ich nie getraut,Was bcssers je zu reimen, als Bräutigam auf Braut,Als Leichen in das Grab, als guten Wein in Magen,Als Gold in meinen Sack, als Leben und Behagen,Als Seligkeit auf Tod;--Was darf ich mehrers sagen?
(69) Rath.
Da, wo man Rath nicht hört, wo Rath nicht Folge hat,Allda ist gar kein Rath der allerbeste Rath.
(70) Auf den Paul.
Paul ist fleißig, mich zu fragen;Ich vcrdrüßig, was zu sagen:Denn mit allem meinem SagenStillt sich nimmer doch sein Frage».
(71) Shcwunsch.
Spanne meinen schwachen Mann, spann ihn aus, o Himmel, doch!Seufzet Mocris; und ihr Mann: Himmel, ach, zerbrich mein Joch!LeMgS Werke V 1y