Viertes Buch.
153
(28) Auf die Prisca.
Prisca pflegt, nach alter Art, stillen Mundes stets zu seyn,Saget nur: ich weiß es nicht; saget: ja, uud saget: nein.Weißt du, was dahinter stecket? Weil sie zu verhandeln stehet,Fürchtet sie, daß nicht dem Kleeblatt ihrer Zahn ein Blatt entgehet.
(29) Auf den Grittus.
Grittus sollte Hochzeit machen, und es kam was anders drein;Denn er lud ihm unversehens, rathet was? — Gevattern ein.
(30) Wer auf viel zu sehen, kanns leicht verschen.
Portia giebt Antwort drum,Daß sie aus dem Mann nichts macht:„Geht man erst mit vielen um,„Giebt man nicht auf Eines Acht.
(31) Täglicher Tod.
Weil ihr Priester, daß man täglich sterben solle, Lehre» gebet,Sterb ich täglich, sagte Mopsus, alldieweil mein Weib mir lebet.
(32) Die Pasiphae.
Freundinn des Ochsen, Pasiphae , höre,Wie man dir böslich stahl weiland die Ehre!Ucblich ists heute noch: artige KinderWähle» zu Männern, bald Esel, bald Rinder.
(33) Ein unbcschcidncs Weib.
Zu des Unglücks Nock hat sich der gekleidet,
Der ihm nahm ein Weib, das Bernuuft nicht leidet.
(34) Jungferschaft.
Jungferschaft die ist ein Garten, Jungfern sind die Blumen drinnen;Manche giebt für Bienen Honig, manche gicbct Gift für Spinnen.
(35) Auf den Udus.
Als Udus Morgens früh wollt' aus nach Weine gehen,Da fand er diese» Spruch an seiner Thüre stehen:
Es steht dieß Haus in Gottes Hand,
Versoffen istS und nicht verbrannt.