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Friedrichs von Logau Sinngedichte.
(61) Ein Rath wie der Feind zu schlagen.
Man hat den Feind aufs Haupt geschlagen;Doch Fuß hat Haupt hinweg getragen:Man schlag ihn, rath ich, auf den Fuß,Damit er liegen bleiben muß.
Banns wird zu schon gestraft, der es doch'Zu grob verschuldet:Seine Straf ist eine Frau, zwar voll Runzeln, doch vcrguldct.
(63) Des Bardus Traum.
Bardus träumt, er war ein Pfarr,Wachend war er sonst ein Narr;Ob ihm träumt, er wär ein Narr,Würd er wachend doch kein Pfarr.
(64) Auf die Casca.
Casca ist so teuflisch bös', und ihr Mann spricht doch: mein Schatz?Wisse nur, der Teufel hat gern bcv alten Schätze» Platz.
(66) Hans und Gretc.
Hansen dienet keine Magd,Außer seiner alten Grcten;Weil es keine mit ihm wagt,Die sich scheut vor Kindcsnothen.
(66) An das Frauenvolk.
Lieben Weiber, laßt mir zu, daß ich sag, ihr seid wie Nüsse;
Diesen ist in zarte Haut eingehüllt des Kernes Süße,
Drauf folgt ein gar harter Schild, nnd zuletzt die bittre Schal;
So seid ihr, ihr Weiber, auch meistens, doch nicht allzumal:
Weil ihr Jungfern seid und bleibt, seid ihr gar von linden Sitte»;
Wenn ihr Weiber worden seid, muß man schlagen oder bitten,
Daß die Herrschaft Männern bleibt; wen» sich Schmutz nnd Alter weist,
O wie bitter wird es dem, der mit euch sich schwärzt und beißt.
(67) Die Thais.
Thais sagt, daß ihres Liebsten Bildnis, sie im Herze» trage;Unterm Herzen, will ich glauben; denn so sagt gemeine Sage.