Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
156
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

(61) Ein Rath wie der Feind zu schlagen.

Man hat den Feind aufs Haupt geschlagen;Doch Fuß hat Haupt hinweg getragen:Man schlag ihn, rath ich, auf den Fuß,Damit er liegen bleiben muß.

(62) Auf den Aanus .

Banns wird zu schon gestraft, der es doch'Zu grob verschuldet:Seine Straf ist eine Frau, zwar voll Runzeln, doch vcrguldct.

(63) Des Bardus Traum.

Bardus träumt, er war ein Pfarr,Wachend war er sonst ein Narr;Ob ihm träumt, er wär ein Narr,Würd er wachend doch kein Pfarr.

(64) Auf die Casca.

Casca ist so teuflisch bös', und ihr Mann spricht doch: mein Schatz?Wisse nur, der Teufel hat gern bcv alten Schätze» Platz.

(66) Hans und Gretc.

Hansen dienet keine Magd,Außer seiner alten Grcten;Weil es keine mit ihm wagt,Die sich scheut vor Kindcsnothen.

(66) An das Frauenvolk.

Lieben Weiber, laßt mir zu, daß ich sag, ihr seid wie Nüsse;

Diesen ist in zarte Haut eingehüllt des Kernes Süße,

Drauf folgt ein gar harter Schild, nnd zuletzt die bittre Schal;

So seid ihr, ihr Weiber, auch meistens, doch nicht allzumal:

Weil ihr Jungfern seid und bleibt, seid ihr gar von linden Sitte»;

Wenn ihr Weiber worden seid, muß man schlagen oder bitten,

Daß die Herrschaft Männern bleibt; wen» sich Schmutz nnd Alter weist,

O wie bitter wird es dem, der mit euch sich schwärzt und beißt.

(67) Die Thais.

Thais sagt, daß ihres Liebsten Bildnis, sie im Herze» trage;Unterm Herzen, will ich glauben; denn so sagt gemeine Sage.