Viertes Buch,
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(58) Weiberschmuck.
Der Schmuck der zarten Frauen steht nicht im Haare Flechten, —Drum lassen sie sie fliegen zur linken und zur rechten.
(Z9) Auf den PoruS.
Perus setzt für gute Freunde mancherley Gesundheit ein,Bald in Biere, bald in Weine, bald in starkem Brantewei».Als er seine mm verloren, fiel er in die tiefsten Sorgen;Keiner wollt ihm eine schenken, noch verkaufen, noch auch borgen.
(60) Auf Simpeln.
Simpel ist des Weibes Weib,Sie ist ihres Mannes Mann:Zweifelt nun wohl jemand dran,Daß zwey machen Einen Leib?
(61) Hofleute.
Der zu Hause sog die Klauen, will bev Hofe weidlich prassen;Die noch wieder hungern werden, muß man sich nur füllen lassen.
(62) Franzosenfolge.
Narrenkappen samt den Schellen, wenn ich ein Franzose wär,Wollt' ich trage»; denn die Deutschen giengcn stracks wie ich einher.
(63) Die tapfere Wahrheit.
Ein tapfrer Heldenmut!) ist besser nicht zu kennen,
Als wenn man sich nicht scheut, schwarz schwarz, weiß weiß zu nennen,
Und keinen Umschweif braucht und keinen Mantel nimmt,
Und allem gcgengcht, was nicht mit Wahrheit stimmt.
(64) Hofdiener.
Des Fürsten Diener sind also, wie sie der Herr will haben;Sie arten sich nach seiner Art, sind Affen seiner Gaben.
(66) Von dem Pravus.
Es schrieb ihm Pravus an sein Haus:Hier geh nichts Böses ein und aus.Ich weiß nicht, soll sein Wunsch besteh»,Wo Pravus aus und ein wird gehn?