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Friedrichs von Logau Sinngedichte.
Wisse, daß mich mein Beruf eingespannt in andre Schranke».Was du hier am Tage siehst, das sind meistens Nachtgcdankcn.
(2) Ein Wellverständiger.
Tapfre Männer sollen haben was vom Fuchse, was vom Leuen;Daß Betriegcr sie nicht fangen, daß sie Frevler etwas scheuen.
(3) Fürstenbefchle.
Sachen, die bcquemlich sind, wolle» Herren selbst befehle»,Sachen, die gefährlich sind, sollen Diener selbst erwählen;Nicht umsonst: ihr Absch» ist, daß sie mögen Mittel finden,Diener ihnen, aber nicht sich den Dienern, zu verbinden.
(4) Der Sieg.
Wer durch das Eisen siegt, hat ritterlich gesiegt;Bctrieglich hat gekriegt, wer durch das Gold gekriegt.
(Z) Die Hofkassandra.
Was Kassaudra prophezcihte,Ward geHort und nicht geglaubt:Falschheit ist bey Hof erlaubt,Wahrheit treibt nian auf die Seite.
(6) Zweifelhafte Keuschheit.
Ein Bicderwcib im Angesicht, ein Schandsack in der HautIst manche; Geiles liegt bedeckt, und Frommes wird geschaut.
(7) Menschliche Thorheit.
Ocfters denk ich bey mir nach was die Mensche» doch für Thoren,Die da wissen, durch den Tod wird die ganze Welt verloren,Wage» dcimoch alles drauf, wagen wohl sich selber dran,Und warum? — Daß jeder nur desto mehr verliere» kau».
(8) Spötter.
Wer aiidrcr Leute honisch lacht,Der habe nur ein wenig Acht,Was hinter ihm ei» aiidrcr macht.
Alles Unschlilt von dem Wich, das ihr raubtet durch das Land,Asche von gcsammtcni Ort, den ihr setztet in den Brand,