Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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170
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

(42) Lohn für Dienst.

Treuer Dienst heischt seinen Lohn,Sagt er gleich kein Wort davon.

(43) Auf den Timar.

Timar war bey vielen Schlachten, dennoch ist er stets genesen,Ist zum Treffen immer letzter, erster in der Flucht gewesen.

(44) Tüchtige Waaren.

Die Waaren, welche ganz voran

In einem Laden liegen,

Die kauft nicht gern ein kluger Mann,

Sie Pflegen nicht zu tilgen:

Die Jungfern, welche zu dem Frcvn

Die Freyer gleichsam laden,

Wo diese nicht verlegen scvn,

So haben sie doch Schaden.

(46) Falschheit.

Mobre» baden weiße Zähne, sind sonst schwarz fast aller Orten:Falsche Leute bleiben Schwarze, sind sie gleich von weißen Worten.

(46) Bücherlesm.

Wie die HonigmachcrinncnIhren süßen NektarsaftVielen Blumen abgewinnen:So wächst unsre Wissenschaft,Durch ein unvcrsäumtcs Lesen,In ein gleichsam gottlich Wesen.

(47) Auf den Gulanus.

Weil Gulanus von dem Tode fort und fort Gedanken hat,Ißt und trinkt er jeden Abend sich sehr satt und übersatt;Denn er »lehnet, jede Mahlzeit werde sein Valctschmaus seyn:Schafft in sein sonst leeres Schiffchen drum vorher den Ballast ein.

(48) Vom Gerast.

Gerast legt zur Gesellschaft sich Schelm' und Diebe bey;Damit man sehe» möge, wie viel Er besser seh.