Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
171
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Fünftes Buch.

171

(49) Des Krieges Uugelegcuheiten.

Krieg ist die allcrschärfste Zucht,Womit uns Gott zu Hause sucht;Denn unter seine» sauern NöthenZst noch die süßste Noth, das'dtcu.

(60) Kenne dich.

Kannst du dem, der vor dir geht, seine Mangel bald erblicken,Wird dir auch die deinen sehn, wer dir nachsieht, auf dem Rücken.

(ZI) Fürstliche persönliche Zusammenkunft.

Fürsten sollen sich nicht kennenDurch das Sehen, nur durchs Nennen:Was das Ohr erst groß gemacht,Hat das Auge drauf verlacht.

(62) LebenSsatt.

Lanus ist zwar lcbcnssatt; eh der Magen sich soll schließen,Will er gleichwohl zum Confckt etwas Jahre noch genießen,

(63) Auf den Harpar.

Harpar haßte Müßiggchn; wollt' ihm niemand was befehle»,So erbrach er Thür und Thor, Lad und Kiste, was zu stehle».

(64) Poeten und Maler.

Man pfleget mehr was Maler malen,Als was Poeten, zu bezahlen;Da doch die Farben werden blind,Reim' aber unvergänglich sind.

(66) Freye Zunge.

Wo das Rede» nichts verfängt, hat das Schweigen beßrc Statt;Besser, daß man nichts gesagt, als gesagt vergebens hat.

(66) Hoflente.

Bey Hofe haben die den allergrößten Sold,Die gar nichts weiter thun, als fressen und als saufen.Fürwahr! wer Seele soll und Körper soll verkaufen,Dem ist kein Silber nicht genug und auch kein Gold.