Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
184
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

Nimm hin deßwegen mich für dich:Ich sey dir Du, sey du mir Ich.

(27) Von des Marcus Töchtern.

Seyd lustig, seyd lustig, sprach Marcus, ihr Kinder!Ich Alter bin lustig, seyd ihr es nickt minder.Ey, Vater, cv wisset, das beste GelächterIst/ daß Ibr uns Männer gebt: sagten die Töchter.

(28) Die Liebe brennt.

Die Fische lieben auch. Mag Wasscrlicbe brennen?

Kein Fisch bin ich, und sie sind stumm: wer wills bekenne»?

(29) An die Nenus.

Die Sonne geht zu Bette, die halbe Welt ist blind:O Venus, nun wird sebcnd dein sonst so blindes Kind!

(30) Ein Kuß.

Die süße Näschcrev, ein lieblich MündlcinkußMacht zwar niemanden fett, stillt aber viel Verdruß.

(31) Von einer Biene.

Phpllis schlief: ein Bicnlcin kam,Saß auf ihren Mund, und nahmHonig, oder was es war,Koridon, dir zur Gefahr!Denn sie kam von ihr auf dich.Gab dir einen bittern Stich.Ey wie recht! Du, fauler Mann,Solltest thun, was sie gethan.

(32) Das Wciv schweige.

Wcibcrlippcn sind geschaffen

Mehr zum Küssen, als zum Klaffen.

(33) Die Wcltfreundschafl.

Ich will nicht Dämon seyn, die Well darf auch nicht werdenMein Pvthias, wir sind von zwcvcrlcv Gcbcrdcn:Mein Sinn steht aufgcricht, die Welt geht krumm gebückt;Mein Sinn ist ungefärbt, die Welt ist glatt geschmückt;