«W»"NWK
188 Friedrichs von Logan Sinngedichte.
(47) Geliebte Sachen.
Springet in der Schale Wein,Spielen kluge Saiten rein,Fallen süße Kasse drein,Kann man herzlich lustig seyn.
(48) Frage.
Wie willst du weiße Lilien zu rothen Rosen machen?Küß eine weiße Galathcc: sie wird crrvthcnd lachen.
(49) Sin honigsüßer Schlaf.
Ein Honig ist der Schlaf: als Chloc diesen aß,Gcschahs daß was, (ich glaub, es war ei» Bicnlcin,) saßAuf ihrer schönen Haut. Sie hats nicht achten wollen;Doch wie man nunnichr merkt, so ist sie sehr geschwollen.
(60) Farbe der Schamhafligkcit.
Karmesinrot!) halt man werth,Reines Weiß wird sehr begehrt,Purpur hat gar hohen Ruhm,Gold wünscht man zum Eigenthum:Billiger wird hoch gcachtFarbe, die die Tugend macht.
(ZI) Ein Briefkuß.
Phvllis schickte Thvrsts zu durch ein Bricflein einen Kuß:Untcrwegcns ward er kalt, bracht' ihm so nicht viel Genuß.Drum so schrieb er: wenn sie wollte, sollte sie zwar schriftlich grüßen,Immer aber selber kommcn, wann sie wollt', und mündlich küssen.
(52) Von der Galathca.
Als man, zarte Galathca, einen alten Greis dir gab,
Sprach die Stadt: man legt den Todte» in ein alabastern Grab.
(63) Ein thierischer Mensch.
Lupula will keinen lieben,Der Vernunft zu sehr will übe»;Weil ihr besser der gefällt,Der sich etwas thierisch stellt: