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5 (1839)
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

(73) Erkenntniß Seiner.

Der Schatten pflegt zu stelle» nach dem die Sonne steln;Sobald sie scheint, ist niemand der ohne Schatten geln.Auch ist auf Erden niemand von aller Tl'orhcit frey;Ein Mensch von klare» Sinnen, der mcrtt wie groß sie scv,

(74) Turch Mühe», nicht durch Schuicichcl».

Redlich will ich lieber schwitzen,Als die Hcuchlcrbauk besitzen.Besser harte Fauste strecke»,Als vo» frcmdeili Schweiße lecken.Besser was mit Noth erwerben,Als gut lebe», furchtsam sterbe».

(76) Auf den Pigcr.

Pigcr lau» nicht müßig gehen;Müßig aber kann er stel'en.

(76) Neuerung gefährlich.

Das Böse, wohl gestellt, laß stehen, wie es steht;Es ist noch ungewiß, obs gut mit Neuem geht.

(77) Freygebige Herrcudiencr,

Wenn Diener Herren schenken,So mögen Herren denke»,Daß sich, was auf sie fleußt,Von ihnen vor ergcußt.

(78) Augen, ^hrcu, Mund.

Ohr und Auge sind die Fenster, und der Mund die Thür ins HansSind sie alle wohl verwahret, geht nichts Böses ei» und aus.

(79) verdächtige Sachen.

Ein versöhnter Feind,Ein erkaufter FreundSind zu einer BrückeUngeschickte Stücke.