Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
206
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206 Friedrichs von Logau Simigcdichtc.

(103) Auf dcn FaulinuS.

Zaulinus ist riii Mann, er ist ein rüstig Mann;Die Arbeit bat er lieb, wen» andre sie grtban.

(104) Schnickc».

Bruder, komm und mit mir, Haus und Wirth soll vor dir stel'en,Doch nur den Wirtl', das Haus möchte nicht zu Halse gehe».

(105) Weintrauben.

Bruder, komm auf eine» Trunk; doch im süßen BacchusnaßTl'u mir nicht allein Bescheid, tlm mir auch Bescheid im Faß.

(10l>) Fricdcnshiudcrniß.

Ev, es wird bald Friede sevn! Freue dich, du deutscher Mami!Mißvcrtraun und Eigennutz, ciu Paar Wortlcin, stehn nur an.

(107) Tadlcr.

Wer mich tadelt lässet merken, daß was Gutes an mir scv;Sonst war nichts ihm dran gelegen, durste keiner Tadrlcv.

(108) Lon meinen Neunen,

Nicht einmal in seinem Buche guter Freunde zu gedenke»?

Weiß ich doch noch selbst nicht eigen, welche» Ruhm man mir wird schenken.

Achtes Buch.

(1) An den Leser.

O Leser, dir stcl't frey zu richten über mich,Und ander» siebet srcv zu richten über dich.Wie du dein Urtheil nun von andern dir begehrest,So siehe daß du mir mein Urtlicil auch gewährest.

(2) Die Lhre.

Die El'rc kennet keinen Obern, wer ilir zum Nachtheil was gebeut,

Dcn fürchte nicht, wen» dich dci» Lebe» zum Schutz der Ehre nicht gereut.

(3) Zuversicht auf Menschen.

Wer sein Glück auf Menschen baut, hat es ganz vergessen,Daß in kurzem diesen Grund Wurm und Schlange fressen.