Siebendes Buch.
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(96) Fremde Schutzherren.
Der, der uns siir Ketzer hält, sollt' uns kriegen für den Glauben?Freyheit sollten schlitzen die, die uns Freyheit helfen rauben?Ausgang wird zu glauben dir Freyheit was du willst erlauben.
(97) Lust und Unlust.
Ihrer zwey sind, die sich hassen,Und einander doch nicht lassen:Wo die Wollust kehret ein,Wird nicht weit die Unlust seyn.
(98) Der rasende David.*
Wer bey Achis denkt zu leben, wer bey Welt denkt fortzukommen,Muß bald haben Narrenkappe, Doctorshut bald angenommen.
(99) Der Soldaten gutes Werk.
Buße zeucht dem Kriege nach, wo das Heer nur hingetretcn,Thun die Leute nichts als weinen, nichts als fasten, scycrn, beten.
(100) Auf den Simon.
Simon wünschet, daß sein WeibEine Moscovitinn wäre,Wenn er ihr gleich bläut den Leib,Daß sie sich doch nicht beschwere;Aber weil sie deutsch gesinnt,Schaut sie, wie sie sich erwehret,Wie sie Oberhand gewinnt,Und mit ihm die Stube kehret.
(101) Trunkenheit.
Es säuft sich voll, für sich, kein unvernünftig Thier. —O, hätten sie Bcrnunft, sie tränken auch, wie wir.
(102) Stadtleute und Dorfleute.
Wer sind Bürger? Nur Bcrzehrcr.Wer sind Bauern? Ihr' Ernährer.Jene wachen Koth aus Brodte,Diese machen Brodt aus Kothc.Wie daß denn der Bürger OrdenHoher als der Bauern worden?" i Sam, xxi, !Z.