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Friedrichs von Logau Sinngedichte.
Hingegen Fürstcnvolk zn Fuß wie Knechte gehen.
Die Grube fehlt nur noch. — Auch die wird man bald sehen.
(109) Die Verleumdung.
Wenn uns die Verleumdung schlägt,Heilen gleich zuletzt die Wunden,Wird, wie viel man Pflaster legt,Immer doch die Narbe funden.
(110) Die gute Sache.
Ist jede Sache falsch, die ctwan übel gicng:
Ist Christus Sache falsch, die ihn ans Kreuze hicng.
(111) Beschenkungen.
Wer durch Gaben bey dem Richter denkt zu helfe» seinen Sachen,Suche lieber durch das Schenken aus dem Feinde Freund zu mache».
(112) Auf den Movsus.
Mopsus hat ein grob Verständniß, mcvnt es sey ihm trefflich nütz;Denn was tölpisch dauert lange; stumpf wird leichtlich, was zu spitz.
(113) Auf den Nepos.
Ncpos geht in großem Kummer, aber nur bis an das Knie;Weiter läßt er ihn nicht dringen, bis zum Herzen kömmt er nie.
(114) Von meinen Reimen.
Sind meine Reime richtig?Sind meine Worte wichtig? —
Nur daß nicht beide nichtig;
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So»st sind sie gar nicht tüchtig.
Neuntes Buch.(1) Von meinen Reimen.Ich weiß wohl, daß man glaubt, daß einer gerne thu,Das was er gerne sagt; allein es trifft nicht zu.Die Welt ist umgewandt: ich kenne manchen Mann,An Worten ist er Mönch, an Thaten ist er Hahn.Mein Reim ist manchmal frech, die Sinnen sind es nicht:Der eine Zeug ist Gott , der andre das Gerücht.Ich höhne Laster aus, ich schimpfe böse Zeit,Den» die macht großes Werk von großer Ueppigkeit.