Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
222
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Friedrichs von Logan Sinngedichte.

(10) Auf den Pseudo.

Wenn die Wahrheit sonst nur wollte, könnte «Pseudo sie wohl freynDen» sie ist ihm zugcsippct gar mit keinem Stammcsrcihu.

(11) Großer Herren Unrecht.

Das Unrecht Pflegen Große mit Unrecht zu ersetzen,Weil sie dazu noch hassen die, die sie vor verletzen.

(12) Vermummte Jugend.

Manches Laster thut so viel, als die Jugend manchmal tliut.Wer die Münze nicht recht kennt, dem ist jeder Groschen gut.

(13) Erinnerungen.

Zu Citronen darf man Zucker: weise» mag man, nicht verweisen,-Und bcv Fürsten soll man Böses dnlden, aber Gutes preisen.

(14) Lügen.

Wer sein Kleid mit Lugen flickt, der befindet doch,Ob er immer flickt und flickt, da und dort ein Loch.

(15) Auf den Ronchus.

Nonchus ist alleinc klug; Klugheit bleibt ihm auch allcine:Denn es sucht und holt bev ihm nun und nimmer keiner keine.

(16) Auf die Pudibunda.

Pudibunda, wie sie spricht,Ehret hoch des Tages Licht.Wer mit ihres Leibes GabenNoch vor Nacht sich will erlaben,Muß sich mühen, daß er macht,Wenn es Mittag, Mitternacht.Kann er sonst nicht Rath erfinden,Muß er ihr das Haupt verbinden.Manchem kömmt es, ders gemußt,Daß sie selbst die Augen schleußt.

(17) Auf den Altus.

Mus ist ein tapfrer Mann, dessen Gleichen man kaum fände;Tapfrer wär er, wenn er nicht, daß er tapfer, selbst gestände.