Neuntes Buch.
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(18) Herrendiener.
Fürsten werden unvcrhohlcn,Mehr als Niedere, bcstohlcn.Großes Brodt giebt große Bissen,Und von viel ist viel zn missen.Großes Holz giebt große Späne;Ochs wetzt mehr als Schaf die Zähne.
(19) Die Nothwendigkeit.
Noth ist unser sechster Sinn, hat im Augenblick erfunden,Wo zuvor die ander» fünf in Gedanken stille stunden.
(20) Auf den Claudius.
Claudius ist lautcr Maul, Claudius ist lauter Zahn;Alle Sachen schwatzt er aus, jedem henkt er etwas au.
(21) Auf die Flora.
Flora hat zwar wohl die Blüth ihrer Jungferschaft verloren:
Was ists mehr? Wird nicht die Frucht, spricht sie, vor der Blüth erkoren?
(22) Die Rache.
Zugedachte Nach ist süße, sie erwecket Freud i» Leid;Ausgeübte Nach ist bitter, macht aus Freude Traurigkeit.
(23) Tiebstal.
(24) Auf die Pua.
Pua pflegt von frommen Sinnen, Zucht und Keuschheit viel zu sagen;Niemand hat um guten Willen sie nur jemals wolle» fragen.
Einem träuntt' er könnte fliegen. Morgens stieg er auf die Bank,Streckte von sich beide Hände, flog so breit er war und lang.Wahrlich er wär tief geflogen, hätts der Boden nicht gethan,Der cmpficng aus Maul und Nase sei» Geblüt und manche» Zahn.
Daß man Einen Dieb beschenkt,Daß man einen andern henkt,Ist gelegen a» der Art,
Drinn ein jeder Meister ward.
(25) Fliegen.