Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
226
Einzelbild herunterladen
 

22«

Friedrichs von Logau Sinngedichte.

Weil solches, unbchellt,Mein Richter mir bestellt.

(42) Gesundheit.

Wird ein kranker Mensch gesund, ist Gesundheit Gottes Gabe,Und dem Arzte kömmt nur zu, daß er für die Müh was habe.

(43) Sin frommer Edelmann.

Mag denn auch ein NittcrsmannRedlich, fromm und ehrbar seyn?Dünkt mich doch, es steht schlecht an,Giebt auch einen feigen Schein.Ein Bericht ist noch, ob der,Der zum Nittcrsmann gemacht,Bloß gehört ins Teufels Heer?Dann ist alles ausgemacht.

(44) Auf den Pravus.

Was Pravus lehrt, das lernt er nicht, lebt arg, und lehret gut;Ruft hin, wohin er selbst nicht kömmt, thut was die Glocke thnt.

(4Z) Meine Herren.

Du dienen zweyen Herren ist schwer; ich diene drcvcn,Und darf mich doch bey keinem der Redlichkeit vcrzevhcn.Gott dien ich mit dem Herzen nach meinem besten Können,Dem Fürsten mit dem Aopfe nach meinen beste» Sinnen,Dem Nächsten mit den Händen durch Hüls aus gutem Willen.Kanu hoffentlich bey allen so meine Pflicht erfüllen.

(46) Tugend und Laster.

Wenn gar kein Laster wär, wär keine Tugend nicht.Denn tugendhaft ist der, der wider Laster ficht.

(47) Verachtung der Welt.

Hin über das Gcwölkc steiget der Rcigcr, daß er nicht beregne:

Wer Duust der Eitelkeit nicht liebet, macht, daß kein Unfall ihm begegne.

(48) Rathschläge.

Einem Fürsten ist gut rathen, der des Rathes Schluß und RathFür sich sclbstcn kann ermessen, ob er Grund und Glauben hat.