Friedrichs von Logan Sinngedichte.
(70) Auf ein Zwcifelkind,
Du seyst dem Vater gleich? Der Vater saget: nein! —Die Mutter saget: ja! Der Mutter stimm ich cm.
(71) Ealgenstrafen,
Am Galgen und am Strang erworgen, ist nicht ehrlich. —O ehrlich oder nicht; allein es ist gefährlich!
(72) Ter Plautinischc Tcllerlecker.
Meine Mutter war der Hunger; seit sie mich aus sich geboren,Hat sie sich bey keinem Tage noch zur Zeit aus mir verloren.Zwar zehn Monath trug sic mich und zchn Jahre trag ich sie,Keines hat für diese Last andcrm noch gcdanket ic.Ich war klcin, da sie mich trug; sie ist mächtig groß zu tragen;Drum entstunden ihr gar kleine, mir gar große Kindcsplagen.Ich auch fühle fort und fort große Schmerzen, große Wehn,Auch vermerk ich, sie wird nicht so geschwinde von mir gehn.
(73) Versuchen.
Wer hoch zu steigen denket, gesetzt er kömmt nicht auf die Spitze,Kömmt doch durch Steigen weiter, als blieb er still auf seinem Sitze.
(74) Glauben.
Luthrisch, väbsiisch, und calvinisch, diese Glauben alle dreySind vorhandcnz doch ist Zweifel wo das Christenthum denn sey?
(76) Beruf.
Die Person, die ich itzt führe auf dem Schauplatz dieser Welt,Will ich nach Vermögen führen, weil sie mir so zugestellt,Denn ich hab sie nie gesucht; wird was anders mir gegeben,Will ich nach des Schöpfers Ruf, nicht nach meinen Lüsten, leben,
(76) Bleichheit.
Der ist nicht allcine bleich,Wer nicht satt ist und nicht rcich;Großes Gut und stetes PrassenMacht vielmehr die Leute blassen.
M IM M7ilj lisk/Z