Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
237
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Zehntes Buch.

237

Theils sucht mau Wissenschaft, für seinen Geist zu sorgen;Und dieß dient, daß man nicht darf fremde Weisheit borgen.

(22) Auf den Pseudo.

Mir sagt Pscudo halb sich zu, einem andern auch so viel,

Und das Herz behält er ihm. Nehm ilm gar, wer immer will.

(23) Auf den Chrysophilus.

Sehr reich bist du und auch sehr karg, Chrvsophilus? Mich dünkt,Daß Gold, wenn es gefangen liegt, nicht mehr als Eisen bringt.

(24) Verheißungen.

Wer mit viel Verheißen zahlet,Zahlt mit Gelde, das man malet.

() Nachdrückliche Worte.

Daß der Sinn es redlich meyne, haben wir nur Ein Gemerkt,Wenn nicht Worte bleiben Worte, sondern Worte werden Werke.

(26) Man wags.

Wer nichts aus Glücke wagt, stellt alles nur auf Rath,Irrt oft so sehr als der gcwagct alles hat.

(27) Auf den Friedenshasser Veit.

Veit trägt zum Frieden Haß, zum Kriege trägt er Liebe;Das macht, der Friede henkt, der Krieg beschenkt die Diebe.

(28) An die Frauen.

Krieg hat der Männer Zahl gemindert,Und Mcnschcnwachslhum sehr verhindert:Ihr Weiber sollt, hier Rath zu schaffen,Die Sinnen recht zusammenraffen,Und euch fei» rund und kurz erklären,Ob ihr stets Zwilling' wollt gebären,Sonst oder Männern nicht verargen,Daß sie nicht nur mit Einer kargen.

(29) Der AuSgang.

Wohl berathen, gut gerathen, bringt dem Rathe Ehr und Huld;Wohl berathen, mißgcrathen, setzt den Rath doch außer Schuld.