Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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238
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

(30) Kopfsirafe.

Die Haare sind ein Wald, der einen Berg bedeckt,Die Sinnen sind das Wild, das drmitcr sich versteckt;Die wüten manchmal so, daß dann ein Jager kömmt,Der Wild, der Berg und Wald auf Einen Streich hinnimmt.

(31) Auf den Nasarus.

Nasatus ist ein großer Herr, schickt ins Quartier und meldt sich anLakav, Trompeter ist es nicht; wer denn? die Nase kömmt voran.

(32) Dichter.

Dichter pflegen arm zu sey»? Arm sind die mit Nichten,Die sich selber Geld und Gut, Ruhm und Hoheit dichten.

(33) Von dem Cornus.

Lormis will bey Hofe dienen: Hat er etwann sonore Gaben?Solche nur, wie die besitzen, welche Hand und Füße haben.Gar genug! der isi der Beste. Sieht man dort auf was von innenIst es nur allein der Magen; denn man achtet keine Sinnen.

(34) Falsch im Riedern, falscher im Höhern.

Wer im Geringen dübelt, wo man nicht viel gewinnt,Wird mehr in Sachen vortheln, die mehr genicßlich sind.

(3Z) Das neue Jahr.

Abermals ein neues Jahr! Immer noch die alte Noth!O das Alle kömmt von nns, und das Neue kömmt von Gott .Gottes Gut ist immer neu, immer alt ist unsre Schuld.Neue Reu verleih uns Herr und beweis' uns alte Huld.

(36) Hofnarren.

Daß gern ein Fürstcnhof an Narren fruchtbar sey,Bleibt wahr; doch sind daselbst von solchen meistens zwey:Der eine, den der Fürst nach Willen stets vcrirt,Der andre, der nach Lust am Seil den Fürsten führt.

(37) Auf die Lupa.

Lupa scheinet immer lustig, geht in steter Mnmmercv;Denn wer ihr Gesicht sieht, glaubet, daß es eine Larve sey.