244 Friedrichs von Logau Sinngedichte.
(77) Mchlthau.
Mchrcnthcils, weil Krieg noch währte, fiel ein Mehlthan alle JahrIn-die zarte Jungfernblütc, der der Würmer viel gebar.
(78) Auf die Clelia.
Wahrheit kann nicht jeder hören. Clelia kann keine sehen:
Um den Spiegel, der ihr weiset daß sie schwarz sey, Isis geschehen.
(79) Auf den Thrax.
Für Lauten und für Violinen hat Thrax den Pohlschcn Bock crkohrcn,Denn jene konnten ihm nicht füllen die hohen, weiten, tiefen Ohren.
(80) Schminke.
Wollt ihr euch, ihr Jungfern, schminken? Nehmet dieses zum Bericht;Wählet Ocle zu den Farben; Wasserfarben halten nicht.
(81) Der Nisa vhestand.
Nisa nahm ihr einen Mann; — nein, man sagt, sie selber melde,Sie besäße keinen Man», sondern einen Sack mit Gelde.
(82) Rutzfrcunde bey Hofe.
Werther hat sich der gemacht,Der zur Küch ein Rind gebracht,Als der einen klugen RathDa und dort gegeben hat.
(8Z) Fromm und klug.
Ein Frommer und ein Kluger die sind nicht immer Einer: —Aicl besser daß der Kluge», als daß der Fromme» keiner.
Stilpo , du geschwinder Kopf, hurtig weißt du einen Rath,
Wie es hätte sollen seyn, wenn ein Ding gcfchlct hat.
Weißt du, wie man diese nennt, die nicht früh klug, sondern spat?
(86) Der Erde und des Wassers Hülfe.
Die Erde speist das Wasser, das Wasser tränkt die Erde:Damit der Mensch gespcisct, getränkt von beiden werde.