Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
243
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Zehntes Buch.

2-Z5

(68) Der jetzige Friede.

Dreyßig Iakir und drübcr noch hat gewahrt das deutsche Kriegen:Währt dcr Friede dreyßig Jahr, läßt ihm jeder wohl genügen.

(K!1) Feinde dcr Traurigkeit.

Jugend ist des Traucrns Feind, schickt dawider in das FeldBuhlschaft, Wein, Musik, und Spiel, und he» General, das Geld.

(70) Beschenknngcn.

Wer mit Gaben kämpft» will, und verlanget Sieg und Glücke,Schieße nicht mit kleinem Loth, schieß aus einem groben Stücke.

(71) Weisheit dcr Alten.

Nimmt dcr Leib erst ab, nimmt Verstand rccht zu:Scclc, scheint es, hat mehr vor Leibe Siuli.

(72) Gemäßigte Strafen.

Straft soll seyn wie Salat,Der mehr Qcl als Essig hat.

(73) Unverschämt.

Dieß sind Laster aller Laster: sich vor keinem Laster schcncn,Sich dcr Lastcr sclbst bcrühmcn, und die Laster nicht bereuen.

(74) Versuchen.

Srinc Schwachheit giebt an Tag,Wer versucht und nicht vermag.Wer ein Ding vcrsuchcn will,Prüfe sich erst in dcr Still.

(76) Poeten.

Dcr Dichter sind genug: was sollen sie für SachcnDcnn nun durch ilircn Geist berühmt und ewig mackcn?Was gut ist das ist rar bey Dichtern nnd bey Sachcn.Dic Böscn mögcn sich auch übcr Böses machcn.

(76) Hinterlist.

Falschheit streicht sich zicrlich an, ist aus Mänlcl gar bcflisscn:Wcr nur will, dcr kcunt sie bald; dcnn sic hinkt auf bcidcn Füßcn.

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