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Friedrichs von Logcni Sinngedichte.
(60) Die Weiber.
Will man Weiber Gänse nennen, da die Weiber doch nicht fliegen,Mag man es: theils weil sie schnattern, theils in Gänsefeder» liegen.
(61) Die Mode.
Was ist die Mode für ein Ding? Wer kennt sie von Gesicht?Ich weiß nicht wer sie kennen kann: sie ist ja angcrichtNie morgen wie sie heute war. Sie kennt sich selber nicht.
(62) Das karge Alter.
Alter bilft für Thorheit nicht: Alte sollen morgen sterben;Wollen dennoch heute noch, das vergraben, dieß erwerben.
(63) Die Welt.
Alles, alles überall
In der Welt, ist nichts wie Schall :
Denn all ihre Prachten
Sind, wie wir sie achten.
(64) Wer kennt sei» Glücke?
So du willst glücklich sevn, so bitte, daß dir giebtGott selten was dn willst und dir zu sehr beliebt.
(65) Der Sonnen und des Menschen llntcrgang.
Untcrgehn und nicht vergeh»Ist der Sonnen Eigenschaft:Durch des Schöpfers Will und KraftStirbt der Mensch zum Aufcrstcl'n,
(66) Tie jetzige Wcltknnst.
Die Wcltkunst ist ein Herr, das Christenthum ihr Knecht:Der Nutz sitzt auf dein Thron, im Kerker steckt das Recht.
(67) Anfcrwccknng vom Tode.
Kann Frösche, Fliegen, Schwalbe», Würmer, Schnecke»,Die Kaltes sicrbte, Warmes wieder wecken:So kann auch der, der alles dieß kann machen,Noch wohl so virl, das? Todte wieder wachcn.