Zehntes Buch.
Weil Ruh mir wohlgcsicl. Das Zanken der Parteyen,Der Ucbcrlauf des Volks, des Hofes Schwclgcrcycn,Verleumdung, Neid und Haß, Druck, Hcuchclev und Höhnen,Die ausgeschmückten Wort und fälschliches BcschöncnDie hatten hier nicht Statt. Hier war ich ganz mein eigen,Und konnt all meine Müh zu meinem Besten neigen.O Feld! o werthes Feld! Ich will, ich muß bekennen,Die Höfe sind die Höll, der Himmel du, zu nennen!
(64) Fremde Hülfe.
Man sollt' uns Hülfe thun: Da nahm man ein Gebiß,Das man in unser Maul uns zu bcschreitcn stieß;Man ritt uns hin und her, man ließ uns keine Ruh,Und rief dabcv, man ritt uns unsrer Wohlfahrt zu.Die Wohlfahrt, die es war, war aber so bewandt,Daß, eh man sie gefühlt, man uns zu Lager rannt'.
(66) Arztwasser.
Aerzte baue» ihre Mühlen an die Mcnschcnflüsse;Selten giebt es Wassermühlen, die man so genieße.
(66) Geizige Geistliche.
Viel dienen dem Altar,Wahr ists, und bleibt auch wahr;Doch dünkt mich gleichwohl auch,Altar scv manchmal Bauch.
(67) Auf den NariuS.
Barius thu was er thu, dennoch kann er nichts vollenden;Eh er erstes hat gethan, hat er anders schon in Händen.
(63) Verehrungen,
Nicht gar nichts, und nicht alles, und auch von Allen nichtSoll Gab und Ehrung nehmen der, den man drum bespricht.
(69) Hofproceß.
Bey Hof ist der am besten in feiner Sache dran,Der, eh er wird verklaget, klagt lieber andre an;Wer hier am ersten klaget, der trägt die Siegcsfahn.«essings Wette v. lg