Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
240
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240 Friedrichs von Logau Sinngedichte.

(47) Hofedienst.

Nicht denke, daß du was verdienen solltest können:

Bey Hofe lohnt man nicht, was kommt, das kömmt durch Gönnen.

(48) Lob und Ehre.

Wer Ruhm und Ehr erlangen will, das leckcrhaste Gut,

Hat sonst kein anders Mittel nicht, als nur Gehirn und Blut.

(49) Unschuld.

Wer nicht selbstcn kann bctricgen,Wird gemeiniglich betrogen;Wer nicht andre kann belügen,Wird gemeiniglich belogen.

(ZV) Stcuerschcitzuiig.

In unserm Land ist alles, ja auch das Nichts geschätzt;Wir sind den Alchymisten an Kunst weit vorgesetzt!Sie machen Geld aus Kupfer; wir geben Geld so garBon dem, was gar kein Wesen und kaum ein Name war.

(61) An einen Tyrannen.

Friß die Schafe selbst: (eine gute List!)So erfährst du nicht daß der Wolf sie frißt.

(52) Auf den Fasius.

Du, Fastus, machst dich groß, ein jeder schätzt dich klein:Die Elle, die dich mißt, wird, glaub ich, deine seyn.

(53) Das Dorf.

Mein Gut besucht ich nächst: das Feld war voller Segen;Sonst war mirs nicht so gut als in der Stadt gelegen.Mein Tisch der war ein Brett. Mein Bette konnte gehen (*).Ich hatte frommen Trank ("). Zur Speise hatt ich stehenEin Kind, ein solches Kind, worüber, wanns geboren,Die Mutter fröhlich singt (""). Ich hatte mir erkohrmDen Platz, der zur Musik deu ersten Grund uns gicbet (-j-).Und dennoch war mir wohl, und alles fiel gclicbet,

<») Ein Wagen. t"1 Wasser. l"*) Ein E»> M Die Tenne.