Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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246
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

(94) Auf einen Aescpus.

Es glänzet dein Verstand, Acsopus, weit und ferne;Ep Schade nur! ihn faßt so schmutzige Laterne.

(95) Thorheit.

Es Ist zwar selten klug wer nichts versteht und kann;Doch minder wer sich selbst und seinen Witz zeucht an.

(96) Fürsten und Festungen.

Eine Festung und ein Fürst sehn sich an für eine Sache,

Die da stets darf Borrath, Geld, Mannschaft und bestellte Waclic.

(97) EntcS.

Was ist das, was die Welt nennt mit dem Namen gut?Fast immer ist es das, was jeder will und thut.

(98) Auf den DuvliciuS.

Duplicius ist zwar ein Mann gar tüchtig unter Leute,Nur Schade! seine rechte Hand steht an der linken Seite.

(99) Das Wasser.

Ob das Wasser, fragt man oft, die die Wasser trinken, nähret?Nährt es nicht, so ists doch gut, daß es auch wie Wein nicht zehret.

(100) Der Namenstag.

Einen schlechten Namen hat, dessen Name durch das JahrEinen Tag, und sonsten nie, kundig und geehret war.

(101) Rcichihum.

Wer zu sehr das Nöthe liebt, kann das Gelbe selten haben.

Wer sich schämt, der wird nicht reich: Reichthum fodcrt freche Gaben.

(102) Auf den BibuluS.

Wie führet Bibulus die Sorge für sei» Haus?Der Magen nimmct ein, die Blase gicbct aus.

( WZ) Die Arbeit.

Arbeit ist der Sünde Fluch. Sollte Pigcr viel sich mühen,Würd er auf sich viel Verdacht cincs großen Sünders ziehen.

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