Zehntes Buch.
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(101) Der Apfelbiß.
Adam mußt in Apfel beißen, konnt es nicht verbessern: —Weil man noch zu seinen Zeiten nichts gehabt von Messern.
(105 ) Auf die Pura.
Pura halt an ihrem Gott immer treu und fest;Ist hingegen, wo sie kann, ihres Nächsten Pest.
(106) Auf den Longns.
Longus ist der andre Blas: was er bey und an sich träget,Dieses ists was ihn ernähret und in weiche Betten leget.
(107) Gespräch eines Pfarrers und Küsters.
Ein Küster sprach: Herr Pfarr, sie bringen eine Zeiche.
Der Priester sprach: Wohl gut! Ists aber eine reiche?
Der Küster sprach: O nein! Der Priester sprach: des Armen
Deß hätte sich der Tod noch mögen wohl erbarmen.
Der Küster sprach: O ja! — Der Priester sprach: wir lebe»,
Dem Tode seinen Zoll, früh oder spät, zn geben.
(108) Verleumdung.
Wer mich hasset, wer mich schimpft, dessen Bosheit giebt an Tag,Daß ihm meine Redlichkeit wo zuwider laufen mag.
(109) Narren und Kluge.
Narren herrschen über Kluge? — Ihre Händel, ihre Sachen,Die die Narren arg verwirren, müssen Kluge richtig machen.
(110) Langes Leben.
Langes Leben ist ein Segen, seinen Kindern giebt ihn Gott;Zeder wünschet ihn zu haben: und er ist doch voller Spott.
(111) Freundschaft.
Alten Freund für neuen wandeln,Heißt, für Früchte Blumen handeln.
(112) Auf den Gulo.
Gulo führt durch seine Gurgel täglich große Speisewagen,
Daß man incvnt die Landcsstraße geh vielleicht durch seinen Magen.