Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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248
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Friedrichs von Logan Sinngedichte.

(113) Auf den Planus.

Planus ist so hoch gewachsen, daß er bis zur Sonne geht.Für die Erd ists gar verderblich, weil er ihr im Lichte steht.

(114) Sin Sperling.

Der Sperling der ist unter Vögeln was unter Menschen ist der BauerIst ungeschickt, ist schlecht gczierct, hat Weizen lieb, ist gar ei» Lauer.

(11Z) Auf den Aerius.

Wo wohnt Aerius? Wie ist sein Haus bestellt?Sein Haus hat keine Thür, es ist die ganze Welt.

(116) Weibcrcifer.

Weiber sind zum Zürnen hurtig, und ihr Zorn ist nicht zu sage»,Wenn der Mann aus ihrer Küche Feuer will in fremde tragen.

(117) Ehestand.

Das Weib ist ihres Mamies Herz, der Mann des Weibes Haupt:Daß eines einem andern lebt, ist keinem nicht erlaubt.

(118) Fuläßiger Wucher.

Ein Wucher bringet nicht Gefährde,Den Wirthe treiben mit der Erde.

(119) Geborgte Haare.

Frankreich träget zwar die Schuld daß es Manchem nimmt sein Haar;Weiset aber wie man braucht das was eines andern war.

(120) An den Leser.

Leser, wie gefall ich dir?Leser, wie gefällst du mir?

Eilftes Buch.

(1) Von meinen Gedichten.

Ich schreibe kurze Sinngedichte; um dadurch minder schlimm die Böse»Zu machen, und zu höhern Pflichten mich desto eher abzulösen.