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Friedrichs von Logau Sinngedichte.
(28) Die Mittel zur Gesundheit.
Hunger haben, müde seyn,Würzt die Speise, schläfert ein.
(29) Himmel nnd Erde.
Der Mann soll sehn der Himmel, das Weib will seyn die Erde:Daß Erde von dem Himmel umfangen immer werde,Daß Erde von dem Himmel sich stets erwärmet wisse,Daß Erde von dem Himmel den Einfluß stets genieße.
(30) Auf den Piger.
Immer ist der Tag zu lang, immer dir zu kurz die Nacht,
Pigrr; weil mit Nichtsthun Tag, Nacht mit Schlaf wird zugebracht.
(31) Ein Glaube und kein Glaube.
Deutschland soll von dreyen Glauben nunmehr nur behalten Einen;Christus nicvnt, wenn Er wird kommen, dürft Er alsdann finden keinen.
(32) Besonnenheit.
Willst du einen Wächter haben, der vor Schaden wacht?Nimm dir einen an zum Diener Namens Wohlbedacht.
(33) Freundschaft.
Freundschaft ist ein theurer Schatz: immer hört man von ihm sage»,Selten rühmt sich einer recht, daß er ihn davon getragen.
(34) Der Tod.
Der Tod ist nnscr Vater, von dem uns ncn empfängtDas Erdgrab, unsre Mutter, und uns in ihr vermengt;Wenn nun der Tag erscheinet und die bestimmte Zeit,Gebiert uns diese Mutter zur Welt der Ewigkeit.
(3Z) Ordentlicher und unordentlicher Verderb.
Unordnung warf uns hin, und Ordnung läßt uns liegen:Das Steuern thut uns dieß, und jenes that das Kriegen.
(36) Auf den Nepos.
Ncpos richtet nach der Sonn allen Rath und alle That:
Wenn es früh, so wird er jung, und geht unter, wenn es spat;
Dcnn cr denket nur auf das, was er heute darf und hat.