Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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258
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

(83) Auf den Lurcus.

Lurcus spricht: Es ist nicht löblich einen loben ins Gesichte.Recht; viel minder ist es loblich, daß man einen hinten richte.

(84) Auf den Bardus und MopfuS.

Mopsus hat gar nichts verstanden, ob er gleich sehr viel gehört;Bardus hat gar wohl studirct, dennoch ist er nicht gelehrt.

(85) Vergebliche Sorge.

Sorgen, und doch nichts crsorgen,Heißt, was nicht zu zahlen, borgen.

(86) Auf den Duplus.

Duvlus ist ein Svicgelmann: was man sieht das hat kein Seyn,Sicht zwar wie ei» Biedermann, aber hat nur bloß den Schein.

(87) Alexander der Große .

Den Alexander hieß man groß?Er war ein großer Erdcnkloß.

(88) Auf den TetruS.

Du bist ein feines Kind, hängst an Ervnnis Brust;Des Neides blaue Milch ist, Tetrus, deine Lnst.

(89) Freundcshlilfe.

Danke Gott , wer Hände hat, daß er selbst sich kann versorgen.Der, der selbst nicht Hände hat, kann sie wahrlich nirgends borge».

(90) Sterben.

Ob Sterben grausam ist, so bild ich mir doch ein,Daß lieblichcrs nichts ist, als das Gestorben seyn.

(91) Geiz.

Wer Gold, ihm nicht zum Brauch, der Welt zum Dienste, nützet,Hat das, was der hat, der im Stollen Gold besitzet.

(92) Undank.

Dem, der Haß und Undank leidet, einem solchen trau ich zu,Daß er redlich sich verhalte und mit Treu das Seine thu.