Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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266
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

(27) Verstand und Unverstand.

Ein fälschlicher Verdacht, ein blinder Unverstand,Wo die Regenten sind, da räume du das Land.

(28) Auf den Marcus.

Man nahm dir, Marcus, alles Gut: wie bist denn du noch selbst genesen ?Man hätte dich wohl auch geraubt, wär nur an dir was Guts gewesen.

(29) Auf einen Todtgesoffenen.

Der vom Weine gestern todt, ist vom Tode heute todt:

Daß ihm Wein ins Handwerk fiel, hielt der Tod für einen Spott.

(30) Armuth.

Ob die Armuth gleich nichts hat, giebt sie dennoch reiche Gaben:Durch sie kann man Sicherheit und ein gut Gewissen haben.

(31) Blendung kömmt vor Schändung.

Wer kürzlich werden soll gcstürzet und geschändet,Wird mcistenthcils vorher bethörct und geblendet.

(32) Der Bauch.

Der Bauch der ist der Beutel, drein legt man alles Gut;Man thut nur ihm zum Besten das meiste was man thut.

(33) Die Welt.

Die Welt ist wie das Meer: ihr Leben ist gar bitter!Der Teufel machet Sturm, die Sünden Ungewittcr;Die Kirch ist hier das Schiff und Christus Steuermann,Das Segel ist die Reu, das Kreuz des Schiffes Fahn,Der Wind ist Gottes Geist, der Anker das Vertrauen,Wodurch man hier kann stehn, und dort im Port sich schauen.

(34) Auf den Cotta.

Die Scel ist Herr, der Leib ist Knecht: Bekenn es, Cotta, frcv,Daß bey dir gar (wie ist der Herr?) der Knecht ein Schelme sey.

(35) Auf den Cornius.

Cornins hat auf dem Haupt einen unbenanntcn Schade»:Weiland in Ccrastia war manch Man» damit beladen.