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Friedrichs von Logan Sinngedichte.
(44) Feile Aemter.
Wer die Slcmtcr kaust um Geld, diesem ist ja nicht benommen,Daß er Recht zn Markte führ', seinem Schaden nachzukommen.
(4Z) Die Tugend.
Tugend, rufet Echo wieder, wer im Walde Tugend ruft.
Tugend ist bcvm meisten Volke nichts als Schall und Wind und Luft.
(46) Das Visen.
Das Eisen durft ich mehr, das Gold viel minder preisen:
Ohn Eisen kommt nicht Gold, Gold bleibt auch nicht ohn Eisen.
(47) Auf den Säufer Bonosus.
Bonosus ist ei» Fleischer: das Glas, daraus er trank,Dran hübe sich ein andrer, der nicht ein Fleischer, krank.
(48) Selbstbetrug.
Man sagte: Dn Bctrieger! — Das wollte Franz nicht leiden;Man sagte: Deiner sclbstcn! — Deß mußt er sich bescheiden.
(49) Unverschämt.
Wer sich gern sieht aller Orten, wer sich nirgends nimmer schämt,Kann dem Glück sich leicht bequemen, wenn Glück ihm sich nicht bequemt.
(50) Von dem Milo.
Mein Glück, spricht Milo, thut mir nichts von diesem allen,Was ich mit gutem Fug verlange, zu Gefallen.Glück spricht: Wenn du begehrst was grosser nicht als du,Was in dir Raum nur hat, weis' ich dirs gerne zu.
(ZI) Mißgunst.
Mißgunst sey sonst wie sie will, dennoch ist ihr Eigenthum,Daß sie immer mehr verklärt als verdunkelt unsern Ruhm.
(52) Der Spiegel des Gerüchts.
Was der Spiegel dem Gesichte,Ist den Sinnen das Gerüchte.