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Friedrichs von Logau Sinngedichte.
(9-1) Eleißnerey.
Vev kruiiiincn GesellenZst nöthig das Stellen;Ist übel zu deutenBcv Bicdcrniannsleuten.
(95) Theilung wüster Guter.
Da wir mehr nichts Ganzes haben, sollen wir uns dennoch theilen:Wollen lieber neue schneiden, als die alten Wunden heilen.
(96) Gewaltsame Bekehrung.
Wenn durch Todten, durch Verjagen Christus rcformircn wollen,Hätt ans Kreuz Er alle Zudcn, Sie nicht Ihn, erhöhen sollen.
(97) Vom Plntus und Ptcchus.
Am Ucbcrfluß ist Plutus, am Mangel Ptochns krank; —Ein jeder kann vom andern verdienen Doctorsdank.
(98) Ohrenbläser.
Fürsten , die von Ohrenbläsern sich die Ohren lassen füllen,Können nicht in Freyheit leben, dienen stets dem Widerwillen.
(99) Auf den Gulo.
Gulo ist sonst nichts als Maul, was er ist, und um und an:
Denn sein Thun ist nichts als Dienst nur für seine» Gott , den Zahn.
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(100) Sittsamkcit.
Allzulangcr GlimpfBringet endlich Schimpf.
(101) Das Alte und das Neue.
Immer fragten wir nach Neuem, weil sich Krieg bcv uns enthalte»:Nun der Krieg vo» uns entwichen, fragen wir stets nach dem Alten.
(102) Lcbekunst.
Wer langes Lebe» wünscht, der schlafe nicht zu viel;Den» lange lebt nicht der, wer lange schlafen will.