Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
277
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Zwölftes Blich.

277

(120) Auf den Lukas,

Lukas ist ein Licht des Landes; aber seine» Schein nimmt erNicht von seinem eignen Feuer, nur von seinen Bätern her.

(121) Knechte und Herren.

Manche sind gcborne Knechte, die nur folgen fremden Augen;Manche sind gcborne Herren, die sich selbst zu leiten taugen.

(122) Auf die Beturia.

Beturia schimpft alte Leute: Wer ihr drum etwa» wünschen will,Daß sie der Tod mög chstens holen, der saget wahrlich viel zu viel:Wie kann sie durch ein altes Leben denn treffen auf ein junges Ziel?

(123) Auf den Druda.

Was kann man, Drnda, thun, das jcmals dir gefällt?Du bist doch noch kein Land, viclwcniger die Welt.

(124) Fromm seyn ums Lohn.

Umsonst ist keiner gerne fromm; wenn Tugend nur was trägt,So wird sie, weil sie Fruchte bringt, geachtet und gepflegt.

(126) Hunger und Durst.

Durst und Hunger sind die Mahner, die man nimmer kann bestillen zMorgen kommen sie doch wieder, kann man sie gleich heute stillen.

(126) Unchrbare That.

Prava stund im Hurcnbuche, bessert aber ernstlich sich:

Ward drauf ausgelöscht im Buche; dcn»vch abcr bleibt der Strich.

(127) Lügen.

Wer ihm des Lügcns nur zum Nutzen, zum Schaden keinem, hat gepflogen,Was »lehnst du wohl von einem solchen?Ich nicvnc doch, er hat gelogen.

(128) Wasser und Wein.

Es kann, wer Wasser trinkt, kein gut Gedichte schreiben;Wer Wein trinkt, kriegt die Gicht und muß erschrecklich schrey».Ist dieses wahr: so mag das Dichten unterbleiben,Eh ich im Gichten will so stark gcubct seyn.