Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
285
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Zugabe.

Den andern schleußt sie zu die KorallinenvfortDurch ein entsetzlich Pfui und durch ein bittres Wort.Die Zunge muß es thun, das; Cavallicre lernenGescheuter Damen Witz, und niemals sich entfernenVon ihrer Seite weg, das muß die Zunge thun.Die macht den Helden Lust, sich heilsam auszuruhn;Giebt ihnen neue Kraft, indem sie von den LastenDer Waffen und der Wut des Blutvergießens rasten;Macht, daß ein kühnes Herz sich Thaten unterstund,Die bis zum Himmel gehn, um aus der Damen MundEiu angenehmes Wort zu hören; kalte SinnenBefcurt sie, weiß die Kunst Feldschlachteu zu gewinnen,Die sonst Tvrtäus trieb, der durch den SchlachtgesangSein Heer erhitzte, daß es In die Feinde drang.Die Zunge muß es thun und durch die Panzer dringen,Und in idalische Gesetz und Rechte zwingenEin martialisch Herz; sie schafft, daß der sich bücktBor einer Dame, dem, so bald sein Auge blickt,Sonst tausend Cavallicr' Gehör und Folge gebe»Und setzen, wenn er will, in Tod ihr frisches Leben.Die Zunge muß es thun, und hat es schon gethan,Daß eine Dame mehr als Schwcrdt und Zepter kann.Die Zunge hats gethan, daß niedriges GcblüteAuf hohen Slülcn sitzt, und gehet in der Mitte,Und fährt mit scchscn her. Die Zunge hats gethan,Daß einer Dame Wort kann was sonst niemand kann,Daß sie sich edel kann, schön, reich und ehrlich machen,Ob sie es vor nicht war, daß sie in allen SachenRecht hat und Recht behält, wiewohl sie Unrecht thut,Und löblich all ihr Thun , und herrlich heißt, und gut.

. (6) Geraubt ist erlaubt.

Die Welt ist voller Raub: sie raubet Gott die EhreUnd giebt sie ihr nur selbst; sie raubt sein Wort und Lehre,Sein Ordnung und Befehl, und setzt an dessen StattWas ihr gefüllter Wanst zur Zeit geträumct hat.Drauf raubt der Teufel nun das Glück und allen Segen,Und ist geschäfftig nichts als Unmut!) zu erregen:Er raubet Fried und Ruh, er raubt die gute Zeit,Er raubet Scham und Zucht, er raubt die Seligkeit.