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5 (1839)
Entstehung
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287
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Zugabe.

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Die Kunst, wodurch sie sich behutsam und mit List

Einspielen, und ein Herz bezaubcrn, das sonst Frist

Noch hatte? Das sey fern! Der Augen klare Blicke

Sind unsre stärkste Kraft, sind unsre Band und Stricke,

Hiedurch fällt uns ins Garn ein Wild das uns gefällt,

Und das vor unsrer Euust sich allzuflüchtig stellt.

Itzt decken wir sie zu, itzt lassen wir sie schießt»,

Nach dem wir diesen schnell und jenen langsam wissen;

Hier brauchen wir den Sporn, dort brauchen wir den Zaum,

Wir halten jenen an, und geben diesem Raum.

Im Fall sich einer scheut, will uns und ihm nicht trauen,

So öffnen wir das Licht durch freundlich Gegruschauen,

Erleuchten seinen Ein», befeuern scincn Muth:

Der Zaghcit kaltes Eis zerschmilzt und er fühlt Glut.

Wer eifrig seiner Brunst halb wütend nach will beukcu,

Muß plötzlich seinen Muth zur Ehrerbietung lenke»,

Wenn uuscr Auge sich mir Wolken überzeucht,

Und für den goldncn Stral ein finstrer Unmuth leucht.

Doch lassen wir nicht gar in kalter Nacht ihn zagen,

Wir blicken einsmals auf und lassciis wieder tagen;

So daß, ob das Gesicht ein kurzes Schrecke» gicbt,

Er dennoch Anlaß nimmt, daß er sich mehr verliebt.

Manch Schiffer hat gezürnt, wenn trübe WolkendeckenIhm haben Cynosur und Hclicc verstecke»Und also seinen Lauf in Irrtluun wolle» zieh»,Daß er nicht konnte da wohin er wollte hin:Ihr tapfer» Cavallicr', die ihr i» Lieb und Waffe»Zu leben euch begehrt und auch darum zu schlafen,Auf, unterstützt die Sach, und stürmt eh alle Welt,Eh dieser Buhlersuud der braven Damen fällt,Dieß Kunstwerk, euch zum Trost mit Augen frey zu funkeln,Um eurer Liebe Fahrt nicht irrsam zu verdunkeln.Sie sind ja darum da, damit ihr wissen konnt,Wo, wie, wenn euer Schiff i» sichern Hafen ländt.Wem ist die Fackel gut, die sich nur selbst verbrennetIn einer tiefe» Gruft? bey der kein Wandrer kennetWeg, Steig, Berg oder Thal? Was nützet ei» Gesicht,Das sich nicht auf sich selbst verlassen, dem auch nichtEin andrer trauen darf? Nicht uns sind wir geboren,Auch nicht zur Einsamkeit. Nein, nein, wir sind erkoren,