Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

Gesellschaft einzugeh». Drum schaut nur frisch umher,Ihr Augen, schaut, ob nicht an warme Seite derBald kömmt, der mis geweiht und dem wir zugchö'ren.Lasst euch das alte Lied vom Schämen nicht bethören:Ein gar zu blödes Aug, (wie dieses oft geschehn,)Hat das, was ihm gesollt, versäumt, verschämt, versehn.

(8) Abschied von einem verstorbenen Ehegatten.

Treues Herz, du zeuchst von hinnen,Freud und Ruhe zu gewinnen,Die der Himmel denen giebt,Die ihn, so wie du, geliebt.Mir und andern deinen LiebenIst an deiner Stelle bliebe»,Bey der schon gehäuften Noth,Herzens Leid um deinen Tod.Doch wie lange? Bald ergetzetUns, die hier die Feit verletzet,Ewigkeit, die ohne ZielUns aufs neue trauen will.Eh ich kann dein Lob vergessen,Wird man meinen Sarg mir messen.Würdig bist du, daß dein RuhmBleibt, weil bleibt das Mcnschenthmn.

Habe Dank für deine Liebe,Die beständig war, wcnns trübe,So wie wenn es helle war,So in Gluck, als in Gefahr!Habe Dank für deine Treue,Die stets bliebe frisch und neue!Habe Dank fürs werthe PfandDas du läßt in meiner Hand!Habe Dank für Müh und Sorgen,Die bis Abends, an vom Morgen,Deine weise RedlichkeitPflöge mir zur Nutzbarkeit!Habe Dank, daß deine Tugend,Habe Dank, daß deine Jugend,Obwohl eine kurze Zeit,Mir gab so viel Gnüglichkeit!